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12 July 2007

Klimawandel? Vom Verschwörer zum Experten


Klicken zum Vergrößern Letzte Woche fand ja die Live Earth-Veranstaltung mit einem großartigen Erfolg statt. Doch etwas entsetzt war ich, als ich im Netz einige haarsträubende Theorien und Verharmlosungen las.

Der Klimawandel ist eine unumstößliche Tatsache . Es gibt kein ernsthaftes Gutachten, das diesen bezweifelt. Soviel ist Fakt .

Um dies zu entkräften kommen einige mit den unsinnigsten Theorien. Da wird behauptet das es eine riesengroße Verschwörung der Regierungen ist (klar wie immer...). Es gibt gar keinen Klimawandel. Von der gleichen Ecke kommen dann so Sachen wie: "Klimaschutz kostet Lebensqualität". Gerne führen auch US-amerikanische Nationalisten an, das dadurch die US-Industrie verheerenden Schaden nehmen würde. Also scheiß auf den Planeten? Dann heißt es die ganze Lüge wurde doch nur erfunden, weil da eine große Industrielobby dranhängt, die mit neuen Technologien zum angeblich nötigen Klimaschutz, kräftig verdienen will.

Ok. bleiben wir mal bei diesen Argumenten. Die Verschwörungstheorie könne wir abhaken. Wenn der Mensch kein Muster findet, weil es keines gibt, dann bastelt er sich eines aus Vermutungen und Fantasien. Zunächst einmal: Die Regierungen haben sich gegen die Industrie verschworen? Ach nein, mit der Industrie, es geht ja um Geld und Macht. Aber viele Gegner des Klimaschutzes behaupten doch, dass damit die Industrie belastet wird, und auch andere Bereiche (Klimaschutz = Ressourcen schonen = Sparen = Einbruch der Wirtschaft). Was jetzt? Die verwirrten Leute sollten sich mal einigen.
Entweder der Klimaschutz bringt die Industrie voran, weil da ja um so viel Geld geht, oder die Verschwörungstheorie ist eben falsch, weil es die Industrie schädigt. Wie auch immer, es passt nicht zusammen.

Weiteres Argument: "Es gab in der Geschichte der Erde schon immer Klimaschwankungen, Hitzeperioden, und Eiszeiten."
Absolut korrekt. Nur wir sind bereits heute weit über dem Niveau vergangener Epochen, seit Menschen leben (siehe Grafik, von Hannes Grobe, rechts oben).

In der Tat ist es so, dass Menschen gerne die Zeichen übersehen, wenn diese sich auf ein ganzes Menschenleben, oder gar mehrere, ziehen. Uns fehlt der Blick.
Ähnlich geht es uns auch mit den "heißen Sommern". Wo sind sie denn? Nur Regen, milde Temperaturen, Sonne selten. Leider ist die Durchnittstemperatur entscheidend. Ein kühler Sommer, und ein milder Winter, kann schlimmer sein, als ein heißer Sommer. Ich musste letzten Winter noch nicht einmal die Heizung anschalten. Das war bei mir noch nie da. Doch letzten Endes zählt auch meine Erfahrung nichts, denn selbst 1 Jahr sagt noch nichts aus. Es geht um ein Niveau, dass man über Jahre beobachten muss. Und dieses steigt dramatisch.

Wenn wir nicht glauben dass es dieses Problem gibt, dann sind unsere Nachkommen verloren. Denn von Überschwemmungen, Stürme, Dürren, Landverluste durch den Anstieg des Meeresspiegels, werden Milliarden Menschen betroffen sein, und viele Millionen werden es nicht überleben.
Vorsichtige Wissenschaftler gehen von 1 Meter Meeresspiegelerhöhung aus. Bremen wäre dann die größte deutsche Küstenstadt. Für vieles was darüber liegt wäre Land unter.

Weniger optimistische Studien sagen ein Ansteigen von bis zu 7 Metern vorraus, durch die Polschmelze. Das würde weit über 60 Millionen Menschen um ihr Zuhause bringen.

Unnötig zu erwähnen, das Kriege um Land und Bodenschätze eskalieren würden. Einige Länder würden 80% ihres Landes verlieren. Holland und Deutschland sind auch dabei. Indien würde die großen Städte verlieren und alleine dort kämen ca. 40 Millionen Menschen um ihren Boden. Hunger und Seuchen überall. Der Zusammenbruch der Kapitalmärkte wäre so gut wie sicher.

Egal ob man Geld, Macht oder ein gemäßigtes Klima haben will, für alle lohnt es sich jetzt zu handeln, denn die Lebensqualität würde nur dann drastisch fallen, wenn die Klimaerwärmung so weitergeht wie bisher. Die Welt würde sich komplett wandeln, und das nicht zum Guten.



Link: 10 Dinge die viel helfen (Englisch)

Link: Weitere Dinge (Deutsch)


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