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13 September 2007

KKW im Ernstfall das eigene Grab?

Kernkraftwerke in Deutschland
Was wäre eigentlich mit den Kernkraftwerken, wenn die Infrastruktur durch einen einen Militärangriff, oder eine große Naturkatastrophe in Deutschland, zusammenbrechen würde? Aller Wahrscheinlichkeit nach würde es zu einer der größten Katastrophen führen, die die Menschheit je gesehen hat. Das Durchschmelzen von mehreren Reaktoren wäre durchaus wahrscheinlich.

Wie kommt man zu dieser Aussage?
Ich fand vor einiger Zeit die Webseite eines interessanten Buches namens "The World Without Us". Es führt einen aufregenden Gedanken fort, der schon ansatzweise in einigen Science-Fiction-Filmen aufgegriffen wurde. Was wäre wenn es keine Menschen mehr auf der Erde gäbe? Wenn einfach so alle verschwunden wären, oder nur noch ganz wenige, nach einer Epidemie, übrig wären? Charlton Heston kreuzt romantisch mit seinem Schlitten über die leeren Straßen, wie im Film "Omega-Mann". Leider würde die Realität ganz anders aussehen. Denn wir haben Zeitbomben gelegt, die nicht ohne uns auskommen können.

Zurück zu wahrscheinlicheren Szenarien.
Bei einem Militärangriff wird zuerst die Infrastruktur zerstört. Strom, Wasser,Verkehrs- und Kommunikationswege werden unbrauchbar gemacht. Dasselbe könnte bei extremen Naturkatastrophen passieren oder bei einer Massen-Epidemie, doch bleiben wir mal beim Angriffsbeispiel. Ein KKW braucht ständige Kontrolle. Auch nach einer Notabschaltung, kann der Reaktor nicht einfach unbeaufsichtigt gelassen werden, denn nach wie vor muss er gekühlt werden. Dafür gibt es extra Notstromsysteme, und eigene Generatoren, die im Falle eines Stromausfalls, das KKW vor einer Kernschmelze bewahren.
Wie anfällig dieses System allerdings ist, zeigen die Vorfälle in Forsmark und in Brunsbüttel. Eine kleine Stromschwankung und schon gibt es eine Kettenreaktion im Stromnetz, mit kritischen Lagen, selbst bei geregeltem Betrieb.
Nach einem solchen Angriff, wäre es wahrscheinlich, das tagelang die öffentliche Ordnung und die Versorgung mit Strom und Wasser nicht mehr funktionieren würde. Durch evt. Zerstörung der Verkehrswege, und der Zusammenbruch der öffentlichen Verkehrsmittel könnten auch die Arbeiter wahrscheinlich nicht zu den geregelten Schichten in die KKW kommen.
Damit wäre es möglich das einige Atomanlagen weder kontrolliert, noch betrieben werden könnten.

Wie in dieser Zeittabelle gezeigt wird, könnten die Kraftwerke maximal 7 Tage laufen, bevor die Kühlung versagt und der Reaktor durchbrennt. Sehr wahrscheinlich würden allerdings wohl bereits einige Reaktoren beim totalem Zusammenbruchs des Stromnetzes, und der fehlenden Hilfe von außen, kritisch werden. Das gilt eben auch für bereits notabgeschaltete Kernkraftwerke, da diese ebenso eine Kühlung benötigen. Wie schnell im übrigen eine Notabschaltung zu gefährlichen Situationen führen kann, sieht man beim jüngsten Fall im KKW Krümmel. Wenn jetzt noch das Chaos von außen, und die fehlende Unterstützung, z.B. der Feuerwehr, hinzukommt, wären die Folgen nicht abzusehen.

Natürlich wäre dies nur der Fall, wenn die feindlichen Angriffe nicht direkt gegen die Kernkraftwerke erfolgen würden, sondern aus Rücksicht nur auf die Infrastruktur. Allerdings sind Kraftwerke, soweit ich weiß, bei den Militärs als Ziele eingeplant. Dadurch hätten wir quasi ein dutzend "schmutzige Bomben" bereits selbst in Deutschland verteilt.

Europa würde einen einfachen Militärangriff möglicherweise nicht überstehen weil es auf zu engem Raum zu viele Atomkraftwerke hat. Die Verseuchungen würden Europa für viele Jahre unbewohnbar machen.
Ein schreckliches Szenario, an das die Politiker in ihren Planungen wohl kaum denken. Oder wie sollte man sonst erklären, das man die Instrumente der eigenen Vernichtung, noch selbst baut ?

Quellen und Referenzen:
Wikipedia - Sicherheit von Kernkraftwerken
The World Without Us (engl.)
The Fall of New York City (engl.)

Bildquelle: Wikimedia Commons - Benutzer: Lencer
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