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09 October 2007

Ruhm aber kein Reichtum im Internet?

Justine Ezarik und Cali LewisDie "Internet-People" sind bekannt wie TV-Stars. iJustine, Cali Lewis und die Jungs von Diggnation haben bereits eine riesengroße Fan-Gemeinde. Doch auch bei uns gibt es lokale Blogger- und Selbstdarsteller-Stars. Über Sinn oder Unsinn kann man streiten, doch scheinen viele Leute Spaß daran zu haben.
Doch die mysteriöse Frage nach dem "Wo haben die ihr Geld her?" bleibt oft unbeantwortet. Klar ist, dass man in den USA mit selbst darstellerischen Shows sehr wohl Geld verdienen kann. In Europa ist das wohl eher ein Wunschtraum, mit seinem Leben das selbige zu finanzieren.

Bei uns ist die Triebfeder offenbar der pure Ruhm. Während das Geldverdienen mit Bloggen eher ein negatives Image hat, scheint die Sucht nach Ruhm und Bekanntheit, keinerlei negative Reaktionen hervorzurufen. Woran das liegt weiß ich nicht, und wohl eine Frage für einen Psychologen. Warum man, zumindest in Deutschland, kein Geld damit verdienen kann, ist schon eher zu beantworten. Der unglaubliche Aufwand um selbst kleine Beträge zu verdienen ist sehr hoch. Eine Gewerbeanmeldung mit allen Folgen bei Sozial-, Renten-, und Krankenversicherung, ist notwendig. Dadurch muss man auch mindestens eine Einahmen/Überschussrechnung machen, von der rechtlichen Gefahr durch Abmahnungen ganz zu schweigen. Ich hatte das ja schon mal durchgekaut.

Doch mindestens so deprimierend ist eben, dass es eine "Verurteilung" von gewerblichen Bloggern gibt. Das darf eigentlich nicht sein, denn man investiert als sehr aktiver Blogger auch viel, sehr viel Zeit, in die Arbeit. Oft sitzt man 14 Stunden und länger am Computer, sucht Informationen, schreibt Artikel, muss diese auch noch publik machen. Wenn dann noch Podcasts oder gar Videocasts ins Spiel kommen braucht man Geräte, Computerausstattung und vieles mehr. Mitleid will kein Blogger, aber warum sollte man damit nicht auch seinen Lebensunterhalt bestreiten, wenn man sich schon "den Hintern aufreißt" für die Leser?

Deswegen muss endlich, wie in den USA, akzeptiert werden, dass einige Blogger auch Geld verdienen wollen. Nur dann, kann auch die Industrie anrücken und Produkte für Tests zur Verfügung stellen, Gadgets vorführen lassen, oder Meinungen der Online-Journalisten, nichts anderes sind Blogger, einzuholen. So funktioniert es auch bei den US-Shows wie Geekbrief-TV oder LabRats, die sich, komischerweise auch in Europa, großer Beliebtheit erfreuen.

Vielleicht würde in Europa ein Zusammenschluss helfen. Quasi eine Dachorganisation, bei der Blogger als Angstellte arbeiten könnten. Somit würden ein paar große Firmen, oder Wirtschaftsvereine, die Verwaltung übernehmen, und sich um die Rechtssicherheit, etc. kümmern. Die Mitarbeiter/Mitglieder könnten dann das tun, was sie gut können, nämlich bloggen und einen entsprechenden Verdienst bekommen.

Leider ist das, bis jetzt, nur ein Traum, und es bleibt für viele nur zu hoffen, dass endlich die Schranken, um im Internet Geld zu verdienen, deutlich niedriger werden. Sonst könnte das Web2.0 bei uns zur Bürokratie2.0 werden, und in so etwas wollen Firmen wohl kaum investieren.
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